Jugend in der TSG - Vereinshistorie

Nach knapp acht Stunden Fahrt angekommen, heißt erst einmal sich einrichten: die Plätze in den Zelten werden vergeben. Wer liegt wo ? Wo kann mein Koffer hin ? In den frühen Jahren gab es noch Feldbetten, die später von Holzkästen abgelöst wurden. Darauf liegt eine Schaumgummimatratze, über die der mitgebrachte Bettbezug kommt. Schlafsack drauf und das Kopfkissen von daheim hinein - fertig ist das Bett für die nächsten 14 Tage. Der Koffer kommt auf ein Metallregal am Kopfende des Zeltes. Das muss als "Schrank" reichen. Licht und Strom gibt es im Zelt natürlich nicht, sondern nur in den Waschräumen und Duschen. Frische Luft und gutes Essen zu festen Zeiten gehören in Lenste zusammen.

Die Freunde aus den Zelten gehen gemeinsam zum Frühstück, treffen sich zum Mittagessen und zum Abendbrot. Zum Frühstück gibt es seit gut vier Jahrzehnten heißen Kakao. Statt der Marmeladebrote von einst werden frische Brötchen, eine große Auswahl an Müsli und Wurst sowie Obst angeboten. Beim Mittagessen ist auch an Vegetarier gedacht. Vorbei die Zeiten, in denen die Schüsseln auf dem Tisch stehen und die Scheiben Fleisch abgezählt sind. Eintopf findet sich selten auf dem Speiseplan, der nach wie vor nicht aushängt und deshalb jeden tag eine Überraschung bietet. Nachmittags gibt es Obst oder Kuchen, und abends verschiedene Brotsorten. Fisch gehört zum Essen an der Küste ebenso wie täglich frischer Salat.

Das Lagerleben selbst ist erlebnisreiches Ferienprogramm genug. Wie komme ich mit den Freunden im Zelt klar ? Wie klappt es mit meiner Betreuerin ? Täglich das Taschengeld abheben und endlich einmal selbst beim Einkauf im High Chaparal, dem Kiosk, einteilen (bis an die frühen siebziger Jahre gab es vorne im Wäldchen in Richtung Strand sogar noch eine kleine Fischbude). Oh weija, das Heimweh kommt ! Gehe ich heute zum Basteln oder gehe ich zum Sport ? Brauche ich den dicken Pullover oder reicht der dünne Pulli ? Für alle (Not-) Fälle gibt es noch die Krankenschwester (oder den Krankenbruder), die bei Erkrankungen, kleinen Blessuren sowie Fällen von starkem Heimweh helfen.

Dazu kommt das eigentliche Programm. Nach den ersten Tagen im Lager gibt es den ersten Ausflug nach Grömitz. Gut zwanzig Minuten dauert der Fußweg über den Deich bis zur Promenade, wo es immer viel zu sehen gibt. Die größeren Kinder können schon alleine in kleinen Gruppen den Ort erkunden - meist ist ja jemand dabei, der schon zum zweiten oder dritten Mal in Lenste ist und sich auskennt. Das Wellenbad (die Welle) oder das Spielcenter Kap Horn sind als Treffpunkt feste Begriffe. Gutes Wetter ist nicht selbstverständlich - deshalb werden die knappen Sonnenstunden am Strand ausgenutzt.

Nicht immer lassen sich alle Kinder - und besonders die großen Jungs - davon überzeugen, dass es wirklich warm ist und Badewetter herrscht. Generationen von TSG-Kindern haben selbst bei brütender Hitze im Parka oder Rollkragenpullover im heißen Sand gesessen. Während andere wiederum mutig über die dritte und vierte Sandbank hinaus bis zur Boje schwimmen. Die Tagesfahrten mit dem Bus ab Lager haben seit Jahrzehnten feste Ziele. Die Hansestadt Hamburg mit Fischmarkt und Hafenrundfahrt oder die Karl-May-Festspiele in Bad Segeberg sowie den Freizeitpark Hansa-Park.

"Am Strand" - Lenste 1972

Wichtig für die Lensteferien ist aber auch der Sport: in Turnieren messen sich die Zelte im Fußball, Handball, Basketball, Tischtennis, Badminton oder - die Mädchen - im Völkerball. Bei schlechtem Wetter wird in den Gruppenräumen gebastelt. Beim Betreuersuchspiel geht es darum, auf der Strandpromenade in Grömitz die fantasievoll verkleideten Betreuer zu finden und zu erkennen - ein Spaß nicht nur für die rund dreißig Betreuer der Belegung und die 300 Kinder, sondern auch für die Urlaubsgäste in Grömitz. Ein- oder zweimal ist Discoabend im Lager - man kommt sich näher, wenn man sich traut und die richtigen Sachen zum anziehen gefunden oder ausgeliehen hat. Am Ende des Urlaubs ist dann der große Lagerzirkus, bei dem die Sieger der Sportwettbewerbe ausgezeichnet werden und einige Gruppen auch Vorführungen machen. Und ruckzuck sind die Urlaubstage für die TSG-Kinder an der Ostsee schon wieder vorbei...

Lenste 2000

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